13. Heilung der Gefühle und Gedanken



Um uns selbst zu heilen, müssen wir zuerst erkennen, ob wir unseren momentanen Zustand ändern wollen und nicht mehr in der Gefangenschaft des Vergangenheits- oder Zukunftsdenkens verweilen. Entscheiden wir uns ganz bewusst, wir selbst zu sein und uns nicht von anderen fremdbestimmen zu lassen, weder gedanklich, noch gefühlsmässig. Handeln wir so, wie wir es selbst für richtig halten und bauen wir gleichzeitig durch Meditation die Verbindung zu unserem Inneren Meister auf. 

Ich all-ein bin der Schöpfer meines Schicksals, meiner Freude und meines Leids.

Denken in der Zeit erzeugt Leid.
Sein in der Gegenwart Seligkeit.

Wie schon im Kapitel über Ursache - Wirkung besprochen, erhalten wir vom Kosmos bzw. von anderen Menschen, Tieren und Bewusstseinen immer das zurück, was wir ausgesendet hatten. Warum aber senden wir oft negative Gedanken oder Gefühle aus? Wenn wir sofort die negative Rückwirkung unserer Aktionen merken würden, müssten wir doch den Zusammenhang mit unserem Wirken einsehen und uns entscheiden, ob wir weiterhin negativ und hasserfüllt handeln oder ob wir unsere Absichten zum Positiven, Lichten, Liebevollen verändern. In der Tat merken wir diese Rückwirkung stärker, wenn wir meditieren und uns auf diesen Zusammenhang konzentrieren. Wir fühlen uns automatisch schlecht, aufgewühlt, erregt o.ä., wenn wir bewusst aus der Stille heraus eine Person mit negativen Gefühlen und Gedanken angreifen. So beobachten wir uns und versuchen wahrzunehmen, welche Bilder, Emotionen und Körperreaktionen auftauchen, wenn wir uns auf unsere Konflikte mit anderen, sofern es welche gibt, in der inneren meditativen Schau einlassen.

Als kleine Parallele zum Buddhismus seien hier vier aufeinanderfolgende Vertiefungsgrade der Meditation aufgezeigt, die ich sinngemäss und meiner Intuition nach wiedergebe. Danach folgen weitere Themen.
 

1. Grad: Einstimmung auf unsere innere Ruhe

Wir nehmen eine für uns bequeme Sitzhaltung ein und lassen unsere Gedanken und Gefühle auftauchen, schauen sie an und lassen sie wie Wolken am Himmel vorbeiziehen. Um die Wirkung zu verstärken, können wir uns evtl. auch von einer als Therapeut fungierenden Person ganz sanft am Körper berühren lassen, am besten an den Punkten, wo wir es wünschen.  Halten wir immer noch an den negativen Gefühlen und Gedanken fest, so vertiefen wir unseren Atem, singen ein Mantram unserer Wahl oder machen wir ganz leichte spontane Körperbewegungen, um uns innerlich mehr zu harmonisieren. Mit der Zeit und regelmässiger Meditationspraxis (z.B. stille Meditation oder mit ganz leiser, z.B. Klangschalenmusik) werden intuitive, göttliche Impulse in unserem Bewusstsein aufscheinen und unser Bild der Realität verändern. Noch einmal sei betont: Es ist wirklich wichtig, regelmässig, nach Möglichkeit am gleichen Ort und vielleicht mit einem kleinem Anfangsritual (z.B. gesprochene Worte, Gebet oder Energieanrufung, vgl. auch „Die Grosse Invokation“) zu meditieren. Leute, die zu wenig geerdet sind, sollten zwischendurch öfters die Hände und Füsse in bewussten Kontakt mit der Erde bringen. 

Tauchen Ängste auf, sehen wir ihnen nach Möglichkeit ins Gesicht und beobachten, was passiert. Psychisch sehr labile Menschen bitte diese Übung nur mit einer Begleitperson machen. Oft sehen wir jetzt Bilder oder nehmen Schmerzen im Körper war. Atmen wir tief und regelmässig und lassen wir unseren Körper sanfte Bewegungen unserer Wahl machen. Eine zweite Person möge uns dort berühren, wo wir die Angst spüren und mit ihrer Hand Energie hineinsenden, am besten kosmische Energie, die über das Scheitelchakra oder dritte Auge hineingezogen wurde. Dies als Anregung.
All-ein zu meditieren bringt uns Schritt für Schritt in die All-einheit mit dem Göttlichen.
 

2. Grad: Eintauchen in die Welt der Intuition

Je öfter wir uns auf unsere innere Realität einlassen, desto geringer wird der negative Gefühls- und Gedankenstrom. Desto mehr aber können wir nun die sehr subtilen, liebevollen und reinen Impulse der Göttlichen Weisheit, der Göttlichen Intuition, in uns wahrnehmen. Sofern wir nur einen zweifelnden Gedanken denken, verschliesst sich der Kanal wieder oder anders ausgedrückt: Das laute Getöse unserer Verstandesgedanken und die wolkigen Nebel der negativen Gefühle und Emotionen überdecken die subtilen, feinen Schwingungen der Göttlichen Intuition und des Gott - Geistes. 

Wir werden erkennen, dass wir uns unsere Realität in Gedanken, Gefühlen und Handlungen selbst erschaffen. Halten wir an ihnen fest und klammern uns krampfhaft an sie, ziehen wir uns automatisch in einen Strudel der Gefangenheit, der Abgetrenntheit von der göttlichen Weisheit und Intuition. Somit mögen wir erkennen, wie unsere Gedanken schon im Keim entstehen und ihre Richtung ins Positive lenken, d.h. aus der wohlwollenden Absicht heraus, allen Menschen den Dienst zu erweisen, sie in ihre göttliche, wahre, liebevolle Heimat zurückzubringen, in den Hafen des Schutzes und der Geborgenheit. Hierzu sollten wir uns ganz bewusst entscheiden und den negativen Mächten der Welt abschwören. Dies kann auch mit einem bewusst gesprochenen Satz geschehen. Dann werden uns die astralen, verblendeten Kräfte anderer Menschen auf der Erde und aus dem Jenseits weniger berühren und beeinflussen (Affinitäts- bzw. Resonanzgesetz: Ich ziehe im Aussen das an, was ich in mir trage).

Dafür werden wir die göttlichen, lichten Kräfte um uns herum immer besser wahrnehmen können und uns einfach gut und aufgehoben fühlen, vielleicht anfangs noch mit einem Hauch Sentimentalität, die jedoch später auch verschwinden wird. Wir nehmen jetzt immer mehr die innere göttliche Essenz aller Menschen und Wesen in uns war, in unserem Inneren. Gleichzeitig spüren wir auch eine starke Resonanz in unserer Herzgegend, da wir durch die Meditation auch Kontakt mit den drei Geistatomen in unserem Herzen aufnehmen. Je öfter wir meditieren und uns auf unseren inneren, göttlichen Wesenskern einschwingen, desto mehr nehmen wir unmittelbares, echtes gottgegebenes Wissen und selbstlose Liebesenergie in uns auf. Wir brauchen mit der Zeit immer weniger Bücher, Nachschlagewerke und Trivialliteratur, da wir über unsere göttliche Intuition und das höhere Denken unmittelbares, direktes Wissen wahrnehmen und aus Glauben wirkliches, inneres Wissen wird.

Wer unwissend über sich selbst und somit auch über die anderen ist, ist abgegrenzt und abgetrennt von Gott. Wir leiden, drehen uns im Teufelskreis unserer niederen Empfindungen und Gedanken. Wer wissend über sich selbst und daher auch über die anderen wird, da wir gottgegeben alle einer gleichen Wesensstruktur und Urquelle entspringen, wird glücklich und selig werden.
Je mehr wir unsere Gefühle und Gedanken bewusst mit unserem Geist, unserer göttlichen Bewusstheit unter Kontrolle bekommen und steuern, desto unabhängiger werden wir von den äusseren Reizen der Welt und jenseitigen astralen und mentalen Störeinflüssen. Wir gelangen immer mehr in den Zustand eines Beobachters. Ich bin Zeuge meiner ausgesendeten Gedanken, Gefühle und Handlungen und versuche diese so gut wie möglich ganzheitlich - harmonisch auszurichten.
 

3. Grad: Wir sind unabhängiger Beobachter und Zeuge unserer Selbst

Auch ich habe diesen Zustand schon öfters in der Meditation erlebt. Es erfordert aber tägliches Training und innere Gelassenheit, sich auch im Alltag meditativ einzustimmen und zu versuchen, sich so zu betrachten, als ob wir eine andere Person wären, die uns selbst beobachtet. Ich gebe zu, dass das etwas paradox klingt. Es ist aber möglich. Hochleistungssportler, z.B. Marathonläufer merken, wie sie aus ihrem Körper herausgehen und Beobachter ihrer selbst werden. Esoterisch gesehen würde man sagen, unserer Bewusstseinsfokus geht in die höheren, göttlichen Gedankensphären (ab der fünften Untermentalebene) und die Welten „darüber“ wie das reine Intuitionsbewusstsein im Buddhi - Körper und den Gott - Geist (Atman). Nehmen wir also ganz bewusst wahr, was wir tun, fühlen und denken. Welche Qualität geht davon aus? Haben wir Widerstände oder fühlen wir uns wohl?

Je mehr wir innerlich ruhig werden, die negativen Gedanken und niederen Regungen (Hass, Wut, Zorn, Traurigkeit usw.) verschwinden und die Intuition und Göttliche Weisheit in uns aufscheint, desto mehr werden und sind wir  Zeuge unserer Selbst.
Anfangs wird uns die Selbstversenkung in Meditationsräumen und der Natur schneller von der Hand gehen, vor allem, wenn eine positive, weissmagische Energie vorhanden ist: Klare, energieaussendende Kraftplätze, sowohl von der Erdenergie als auch vom Raumfluidum her. Durch Mantrasingen, spirituelle Musik, Weihrauch und eine hohe Negativionenkonzentration (von Salzsteinlampen oder Negativionengeräten) kann das spirituelle Raumfluidum auch angehoben werden. Heilende, auf das Göttliche ausgerichtete jenseitige Wesen werden jetzt vermehrt in diesem Raum anwesend sein.

Lassen wir uns also nicht mehr von unseren niederen Gefühlen und begrenzten Verstandesgedanken behindern, stimmen wir uns auf unsere göttliche Intuition und selbstlose Liebe ein und erreichen wir einen glücklichen, seligen Zustand. Das ist aber erst die Vorstufe zu dem vierten Grad, den ich persönlich (noch) nicht erfahren habe. Vermutlich ist dies der Zustand, der landläufig als (grosse) Erleuchtung bezeichnet wird: Subjekt und Objekt werden eins, die Dualität, die Gegensätze der Welt verschwinden und unsere Wahrnehmung erweitert sich immens.
 

4. Grad: Subjekt und Objekt werden eins – eine Stufe der Erleuchtung

Wie schon oben gesagt, weitet sich unsere Wahrnehmung sehr weit aus. Die Dualität der Gegensätze ist aufgehoben und wir sind eins mit unserer  Umgebung, erfahren die göttliche Qualität in allen Dingen. Der Radius unseres Buddhi - Körpers (Intuitionskörper, Energiekörper der universellen, selbstlosen Liebe) kann bei vorangeschrittenen Schülern bis in den Kilometerbereich, bei Meistern noch grösser, in den Raumstrahlen und die anderen Menschen spirituell anregen. Werden diese hohen Energien bewusst auf Menschen gesendet, ist der Energielevel meist zu hoch und die Energien prallen z.T. ab oder rufen Überstimulationen hervor. Daher der Sinn und Zweck der Transmissionsmeditation, um die Schwingungsrate herabzusetzen und die göttliche Energie besser für die Leute verfügbar zu machen.

Da ich persönlich (noch) keine Angaben über diesen Zustand geben kann, werde ich dies schriftlich nachholen, wenn es soweit ist. Es gibt auch buddhistische Literatur über die vier Tiefengrade der Meditation.
Besonders empfohlen sei „Das Buch vom Leben und vom Sterben“ von Sogyal Rinpoche, in dem auch einiges über buddhistische Meditation enthalten ist.
 
 



*   *   *






Parallel zur Meditation können wir auch noch andere Methoden ausprobieren. Wie effektiv diese wirklich sind, hängt von unserem Bewusstsein und unserer Auffassung der Realität ab (s.o. und das Kapitel über die Erschaffung unserer Realität). Allgemein kann gesagt werden, dass psychologische Heilverfahren eine desto geringere und begrenztere Wirkung haben, je mehr das Prinzip des Gott - Geistes, die Intuition (wohlgemerkt nicht zu verwechseln mit den Verblendungen der ungeläuterten Astral - Gefühle) und das höhere, kosmisch - ausgerichtete Denken (mentale Untersphären 5-7) ausgeklammert oder ignoriert werden. Psychologie ohne die transzendente, auf das Liebevoll - Göttliche ausgerichtete Weisheit, die aus uns selbst stammt und auch in jedem Punkt des Universums potentiell vorhanden ist, wird in der Erstarrung des Materialismus versinken und auf Dauer keine wirkliche Heilung bringen, sondern nur eine Abhängigkeit zwischen Therapeut und Klienten. Solange im Gesundheits-, eigentlich heute mehr: Krankheitswesen das Interesse, an Krankheit  zu verdienen, nicht ausgeschaltet wird und an erste Stelle die geistigen Lehren treten, dass wir Gesundheitsärzte statt Krankheitsärzte brauchen, werden sich die Positivisten unter den Medizinern, Psychologen und Philosophen ewig im Kreise drehen. Wir sollten uns unbedingt von dem Gedanken verabschieden, an Krankheiten Geld verdienen zu wollen.
Im Grunde sollte ein Arzt oder Seelenarzt dafür bezahlt werden, dass wir erst gar nicht krankwerden (wie die Gesundheitsärzte im alten China)! 
 

Heilung unseres inneren Kindes

Oft schieben wir die Schuld für unsere kindlichen und frühkindlichen Verletzungen unseren Eltern allein zu, ohne zu berücksichtigen, dass wir uns vor jeder Verkörperung auf einem materiellen Planeten die Eltern selbst und freiwillig ausgesucht haben. Unsere Eltern werden uns immer nur Dinge antun oder unbewusst Lernaufgaben erteilen, die unseren eigenen, noch unzureichend entwickelten Persönlichkeitsanteilen dienen und diese aus der Reserve locken. Ohne einen Spiegel wie unsere Eltern würden fast alle Kinder aus einen Mangel an Zuwendung sterben. Zuwendung als Zärtlichkeit und Liebe (nach Möglichkeit selbstlos) im positiven Sinn oder als Schläge und Tritte in der pervertierten, negativen Form. Babies, die nie berührt werden und keine Zuwendung erhalten, sterben. Wenn wir uns dies erst einmal bewusst werden, dann sehen wir auch die Verletzungen und Demütigungen durch unsere Eltern in einem anderen Licht.

Oft konnten unsere Eltern gar nicht anders handeln, da sie zu dem Zeitpunkt keine andere Möglichkeit wussten, wie sie uns behandeln sollen. Unter diesem Gesichtspunkt fällt es uns leichter, ihnen Dinge zu verzeihen, für die wir ihnen böse waren. Sehen wir, dass auch sie einen göttlichen Kern haben und versuchen wir in Gedanken und durch selbstlose Liebe, in ihnen diesen Kern zu erwecken. Spätestens dann beginnen sich Wut, Rachegedanken, Zorn und Traurigkeit aufzulösen. Meistens braucht dies etwas Zeit, da der Astral- / Gefühlskörper träger reagiert als der mentale.

Das Schlimmste für ein Kind ist, von seinen Eltern vollkommen vernachlässigt zu werden und überhaupt keine Zuwendung, weder in positiver  noch in negativer Form, zu bekommen. Gleichgültigkeit ist der geistige Tod an sich. So können wir von positiver, zärtlicher Liebe und pervertierter Gewalt sprechen. Töten sich also Männer deshalb in Kriegen, weil sie unfähig sind, ihr Liebesbedürfnis über die Zärtlichkeit auszudrücken?
Ein diskussionswürdiger Punkt. Ich bin der Meinung: Ja.

Um also unsere Verletzungen und Kindheitstraumata zu heilen, können wir eine meditative Reise in unsere Vergangenheit machen und die Situation noch einmal, zumindestens ganz kurz, erleben und mit Hilfe der Göttlichen Liebe, Einsicht und Gnade läutern und auflösen.
Stellen wir uns die vergangenen Situationen genau vor. Wir können dies allein mit einer gesprochenen Führung, paarweise als Rollenspiel (vgl. Gestalttherapie; Familienaufstellung mit dem Heranziehen verstorbener Verwandter aus dem Jenseits in Resonanz mit den eigenen Anteilen in uns) oder in einer Gruppe (Encounter) durchführen. Strukturelle Körpertherapie (Rolfing und Hakomi) als spirituell - körperlich ausgerichtete Psychotherapie oder ähnliche Verfahren helfen, auch die negativen Programmierungen in unseren Zellen zu löschen und diese mit den göttlichen Energien anzufüllen, mit reinem, kosmischem Licht. Auch im Tantra gibt es Übungen, über die wir an unsere wahren, göttlichen Gefühle gelangen können und das Einssein mit allen Menschen spüren.

Es sei noch einmal angemerkt, dass sich unsere Gefühlskonflikte und gedanklichen Verwirrungen über intensive, regelmässige, auf die göttliche Kraft ausgerichtete Meditation verringern lassen, wir über die höhere Weisheit Lösungsvorschläge erhalten und das innere, echte Wissen über die Verwicklungen mit unseren Eltern und Verwandten bekommen.
Im Laufe unserer Meditationspraxis werden wir auch unser inneres Kind heilen. Wir dürfen jedoch nicht vor uns selbst weglaufen, wenn wir beim Meditieren an unsere inneren Grenzen stossen und flüchten wollen. Gerade hier tun sich Chancen auf, schnelle spirituelle Fortschritte zu machen und die Illusionen und Verblendungen unseres Gemüts zu durchschauen. Schliesslich erkennen wir, dass wir Phantomen unserer Einbildung nachliefen oder nachlaufen (sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft) und reinigen und befreien uns in der Gegenwart. Voll präsent nehmen wir uns in der Gegenwart wahr und vergeben  u n s  unsere Schuld. Dann können wir auch die negativen Handlungen unserer Eltern verzeihen und sie mit der göttlichen Liebe segnen.

Wichtig ist, zu uns selbst zu stehen und dies auch vor unseren Eltern zu vertreten und zu zeigen. Wir können notfalls auch laut werden und mit starkem Nachdruck unseren Standpunkt einfordern. Solange wir die Absicht haben, uns zu einem eigenständigen, von anderen Personen unabhängigen Menschen zu entwickeln, können kurzzeitige Auseinandersetzungen nicht schaden. Es kommt immer auf unsere Motivation an (vgl. der sog. „heilige Zorn“), d.h. konstruktives Streiten statt destruktiver, blinder Auseinandersetzung.
Hegen wir also auf das Göttliche, Edle, Reine ins uns bezogene Beweggründe und lassen wir nicht mehr zu, dass sich unsere Eltern über ihre Überbehütung, Bevormundung oder Gewalt Lebensenergie von uns holen und uns anketten wollen. Es gibt immer einen Sklaven und einen Sklaventreiber, aber freiwillig!

Es ist unsere freie Entscheidung, entweder gequält zu werden, andere zu malträtieren oder eben ganz bewusst aus diesem Teufelskreis der niederen, bindenden Emotionen auszusteigen. Oft ist es einfach die Angst vor dem  wirklichen Erwachsenwerden. Viele äusserlich erwachsen wirkende Menschen sind in ihrem inneren noch kleine, verletzte und naive Kinder, die ihre Handlungen immer mit Rationalisierungen ihrer in Wirklichkeit aus dem verblendeten Gemüt entstammenden Gefühlsgedanken (Sanskrit: kama - loka) begründen und vorgeben, sie handelten logisch (!).
90-95% aller Entscheidungen der Durchschnittsmenschen werden nicht aus Logik oder Streben nach Gott gefällt, sondern aus niederen emotionalen Beweggründen wie Habgier, Eifersucht, Hass, Trägheit, Angst, Rachsucht usw. Wenn wir einmal ganz ehrlich unsere Motive für unsere Handlungen betrachten (z.B. mit Hilfe der Meditation oder in einer Selbsterfahrungsgruppe), dann wird uns bewusst, dass wir nicht aus göttlicher, intelligenter Logik handeln (mein Handeln diene dem Wohl und der spirituellen Ent-wicklung aller Menschen, als dass sie in ihren Urgrund der Seligkeit zurückkehren mögen), sondern kindlichen und frühkindlichen Verletzungen entstammen. Spätestens nach dem physischen Tod beider Eltern werden wir auf die Probe gestellt, wirklich innerlich erwachsen zu werden.
 

Beispiele:

1. Student Y. wurde in seiner Kindheit von seinem Vater sehr unter Druck gesetzt, gute schulische Leistungen zu erbringen und später einmal „etwas zu werden“, da der Vater seine eigenen Lebensträume nicht verwirklichte. Der Vater versucht seine Träume über seinen Sohn auszuleben. Student Y. macht ein hervorragendes Diplom. Erst später wird ihm bewusst, dass dies nicht seinem inneren, göttlichen Lebensplan entspricht, den er sich vor dieser Inkarnation ausgesucht hat. Er bricht schliesslich den akademischen Beruf ab und macht eine Umschulung zu dem Beruf, den er auch als Berufung empfindet. Meditation und Yogakurse beschleunigen den inneren Werdegang des ehemaligen Studenten Y.
Beruf = zum Geld verdienen (Brotberuf),
Berufung = in Einklang mit unserem inneren Lebensplan (Seele) handeln.

2. Mädchen A. hat eine sehr dominante, mehrmals geschiedene Mutter. Da die Mutter nur wenig Bekannte und flüchtige Freunde hat, benutzt sie ihre Tochter als Energiespeicher. Die Mutter entzieht ihrer Tochter Lebensenergie (esoterisch = Vampirismus) und bindet sie so an sich. Mädchen A. lässt das einige Jahre mit sich machen, bis ihr der Kragen platzt und sie nach einem grossen Streit auszieht. Die Mutter gerät in eine schwere Krise und muss sich jetzt andere Energiequellen suchen. Warum nicht die eigene Verbindung zur göttlichen, kosmischen Energie über das Hohe Selbst aufbauen? Die Mutter lernt einen spirituell ausgerichteten Freund kennen, der sie langsam, aber sicher in ihre Unabhängigkeit geleitet (natürlich lässt er ihr den freien Willen). Nach vier Jahren sehen sich Mutter und Tochter wieder und fallen sich in die Arme. Der Zwist ist aufgelöst.

3. Automechaniker P.M. wurde in seiner Kindheit von seinen alkoholabhängigen Eltern fast zu Tode geprügelt. Aus Rache versucht er später als Erwachsener, seine Eltern umzubringen. Der Mordversuch scheitert, er flieht vor der Polizei und baut einen schweren Autounfall, nach dem er mehrere Wochen im Koma liegt. Während des Komas besucht sein Astralkörper unter der Führung seines spirituellen Mentors die Regionen im Jenseits, die der Gottfindung und Meditation dienen. Als er wieder aus dem Koma erwacht, bekommt er vor Gericht mildernde Umstände und muss nur eine kurze Gefängnisstrafe absitzen. Nachdem er entlassen wird, findet er Anschluss zu einer spirituellen Gruppe, die ihn auch als „Knacki“ akzeptiert und achtet. P.M. ist fest entschlossen, sein Leben jetzt ins Positive zu verändern und von seinen Eltern Abstand zu nehmen. Erst als P.M. am Sterbebett seiner Eltern steht, erkennt er, dass er im Grunde sein Schicksal selbst gewählt hat und verzeiht sich und seinen Eltern. Sein Kindheitstrauma des Geprügelt - Werdens löst sich nach einem längeren Weinkrampf zum Teil auf.

4. Sängerin S. wurde in ihrer Babyzeit von ihren depressiven Eltern zwar physisch versorgt, aber seelisch - gefühlsmässig alleingelassen. Mit 14 steht sie das erste Mal auf der Bühne und macht eine steile Karriere. In ihren Liedern besingt sie immer wieder die Liebe und die Zärtlichkeit unter den Menschen, natürlich besonders die partnerschaftliche.
Das Singen ist für sie eine (unbewusst) vom Hohen Selbst verordnete Atemtherapie, um an ihr verdrängtes Kindheitstrauma, die mangelnde Zuwendung in ihrer Babyzeit, herankommen.
Nach vielen Jahren ihrer eigenen Selbstdarstellung kommt sie ihrer inneren Verlassenheit immer näher und beginnt sich für fernöstliche Lehren und Reisen zu interessieren. Sie reist eines Tages für einen Monat nach Tibet und verbringt dort eine Woche probeweise in einem Kloster. Dort wird ihr in der Meditation auf einmal klar, dass nicht ihre Eltern schuld sind, sondern ihre eigene Selbstachtung bisher sehr gering war und das Verlassenheitsgefühl letztendlich aus ihr selbst stammt. Wieder nach Hause zurückgekehrt, ist sie um einige Illusionen ärmer geworden und spürt immer stärker die ihr innewohnende Liebe des Göttlichen, des Buddha - Geistes. Nun ändert sich die Qualität ihrer Musik zum Spirituellen hin und sie ist in der Lage, anderen Menschen durch die geläuterte Qualität ihrer Lieder zur Heilung zu verhelfen.
 
 



*    *    *






Unglück, Pessimismus, Wut, Traurigkeit, Habgier, die ganze Palette unserer negativen Gefühle und Gedanken entspringt aus der Abtrennung von Gott, von unserer all-liebenden, unendlich geborgenen, reinen Urquelle, aus der wir einst gefallen sind und über den Weg der Materie und feinstofflichen Welten, sprich u.a. Astralwelt, Mentalwelt, Buddhiwelt, Atmanwelt usw. wieder in sie zurückkehren werden in Glück, heiterer Gelassenheit und ewiger Seligkeit. Wird uns bewusst, dass unsere niederen Emotionen, Gedanken und Motive aus der Abtrennung von der allumfassenden selbstlosen Liebe und göttlichen Weisheit und Gnade herrühren, so werden wir den Lichtschein des Göttlichen in uns wahrnehmen und ihm nachfolgen. So werden sich unsere niederen Beweggründe und Gefühlszustände langsam, aber sicher ins Positiv - Göttliche umwandeln, wenn wir uns bewusst dafür entscheiden und den negativen, materialistischen Gegenkräften keine Aufmerksamkeit und Energie mehr widmen.

Entscheiden wir uns also ganz bewusst für Gott, für Buddha, für Christus und für den Weg der Meister der Weisheit. Schon die wohlwollende Absicht, die erste Stufe auf diesem Weg zu gehen, auch wenn wir noch tief in emotionalen Verletzungen stecken, ist sehr zu respektieren und wird sich auf Dauer lohnen, auch wenn wir hinter dem Nebel unseres niederen Gemüts nur selten den Horizont der Wahrheit erblicken. Nutzen wir also die Zeitqualität des Wassermanns. Gerade in dieser Epoche werden für die nächsten 2500 Jahre viele Meister der Weisheit, eingeschlossen Maitreya und Jesus, unter uns weilen und uns die Chance geben, uns spirituell - ganzheitlich so schnell zu entwickeln wie nie zuvor.
 

Heilung = heil werden = dem Heiland nachfolgen. Gefühle und Gedanken heilen = die Abtrennung vom Göttlichen in die Vereinigung mit Gott verwandeln. Das innere, verletzte Kind werde zum heilen Gotteskind in ewiger Seligkeit.

So sei es.

Wer möchte also nicht den Weg nach Hause antreten?